Evangelischer Religionsunterricht

Ein abwechslungsreiches Schuljahr 2018/19 liegt hinter uns und ich möchte hier einen Rückblick auf die Inhalte vornehmen.

1. Klassen

  • Zu Beginn des Schuljahres haben wir uns der Frage gewidmet, wo denn Gott wohnt und was wir über ihn wissen können und welche Fragen wir nicht beantworten können. Im theologisierenden Gespräch und gestaltenden Aufgaben haben wir uns eine Sprache zum Reden von Gott angeeignet.
  • In der Beschäftigung mit dem Gleichnis Jesu vom guten Hirten und der Wundererzählung der Heilung des Gelähmten haben wir die sprachliche Bildung zur metaphorischen Sprache und der notwendigen Deutung der Geschichten eingeübt.
  • Intensiv haben wir uns mit den Festen des Kirchenjahres Advent, Erntedank, St. Martin, Nikolaus, Weihnachten und Ostern beschäftigt. In der Beschäftigung mit der Ostergeschichte wurden die ersten Grundlagen ikonografischer Interpretation von Malerei erörtert (Farbe, Raumgestaltung etc.).
  • Vertrauen auf Gott als Herausforderung und Angebot wurde zum Ende des Schuljahres in der Abrahams-Überlieferung intensiv bedacht und ein eigenes Buch dazu angefertigt.
  • Die Kirche mit ihren Merkmalen haben die Kinder als Bastelarbeit angefertigt und die Einrichtungsgegenstände in ihrer Funktion kennengelernt.
  • Das Misereor-Projekt 2019 hat die Kinder nach El Salvador und die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen dort erfahren lassen. In einem Kuchenverkauf wurde abschließend dieses Projekt unterstützt.

2. Klassen

  • Mit der Maus Frederick haben wir uns überlegt, welche Bedeutung Geschichten haben können. Die Kinder haben die Feldmäuse sehr farbenfreudig gestaltet.
  • Die Geschichte vom Korb mit den wunderbaren Sachen ließ uns über Gottes Gaben für die Welt nachdenken. Die biblischen Geschichten vom barmherzigen Samariter und dem Zöllner Zachäus haben die Kinder erörtert. Dass Gott den Menschen liebevoll nachgeht und Vergebung gewährt zeigte uns die Zachäusgeschichte auf. Die Klasse 2b/c haben diese dann sogar als Musical einstudiert und aufgeführt. Dass wir Menschen einender helfend zur Seite Stehen sollen zeigte das Gleichnis des barmherzigen Samariters auf.
  • Gottes Schöpfung haben wir am Beispiel der Pinguine, Kolibris und Dinosaurier beleuchtet und in unser Erntedankfest eingebettet.
  • Zum Erscheinungsfest Epiphanias haben die Kinder ein Lapbook angefertigt.
  • Was eine Seele ist haben wir mit dem Buch „Der Seelenvogel“ gemeinsam diskutiert und die Möglichkeiten künstlerischen Ausdrucks weiter entwickelt. Die Kinder haben über den Gefühlswert von Farben nachgedacht und diese ausprobiert.
  • Zeit und Umwelt Jesu haben wir mit dem Buch „Benjamin und Julius“ kennengelernt (Bauer, Fischer, Römer, Synagoge, Hausbau). Die Synagoge als Gebets-, Schul- und Gemeindehaus haben wir geprickt und die wichtigsten Einrichtungsgegenstände kennengelernt.
  • Am Ende des Schuljahres haben wir uns mit dem Thema „Familie“ befasst. Dass es nicht allen Kindern in ihrer Familie gut geht und die SOS-Kinderdörfer hier eine Hilfe sein können bildeten den Abschluss des Schuljahres.
  • Das Misereor-Projekt 2019 hat die Kinder nach El Salvador und die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen dort erfahren lassen. In einem Kuchenverkauf wurde abschließend dieses Projekt unterstützt.

3. Klassen

  • In Auseinandersetzung mit den eigenen Erfahrungen in der Familie haben wir uns sehr ausführlich mit den Geschichten von Jakob und Esau und Jakobs zwölf Söhnen beschäftigt. Die Kinder haben hier in zahlreichen Rollenspielen und kreativen Arbeiten sowohl die Perspektiven der biblischen Geschichten als auch die Bezüge zu ihrem eigenen Leben entwickelt. Vertrauen, Lüge und Wahrheit, Versöhnung und Bewahren wurden thematisiert.
  • Simon-Petrus, der erste Jünger Jesu, hat uns dann interessiert. Der Mann, der Jesus vertraute und mit sich selbst kämpfen musste, Schuld und Versagen, Vergebung und Beharrlichkeit begegneten uns.
  • Die ikonographische Interpretationsfähigkeit haben wir an zwei Kunstwerken wieter verfeinert.
  • Die Bibel als Buch war unser letzter Schwerpunkt. Wie konnten die Geschichten in die Bibel kommen? Wie finde ich eine Textstelle in der Bibel? Eifrig haben die Kinder hier das Nachschlagen geübt und anhand der Schöpfungsgeschichte erkannt, dass biblische Geschichten keine Tatsachenberichte sind. Sie geben die Erfahrungen von Menschen mit Gott wieder.
  • Das Misereor-Projekt 2019 hat die Kinder nach El Salvador und die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen dort erfahren lassen. In einem Kuchenverkauf wurde abschließend dieses Projekt unterstützt.

4. Klassen

  • Die Bedeutung der Geschichte der Befreiung aus der Sklaverei, das zweite Buch Mose, bildete einen großen Schwerpunkt der Arbeit. Musikalisch und mit Rollenspielen haben wir die Geschichte erschlossen.
  • Die Bedeutung der zehn Gebote als Regeln menschlichen Miteinanders haben wir vertieft und die Notwendigkeit von Regeln für ein friedliches gelingendes Zusammenleben der Menschen diskutiert.
  • Das Misereor-Projekt 2019 hat die Kinder nach El Salvador und die Lebenssituation von Kindern und Jugendlichen dort erfahren lassen. In einem Kuchenverkauf wurde abschließend dieses Projekt unterstützt.
  • Mit der Lektüre des Buches „Mein mittelschönes Leben“ haben wir die Situation von Menschen in der Obdachlosigkeit kennengelernt. Dass jeder Mensch eine eigene Würde hat wurde uns in der Geschichte bewusst.
  • Die Ostergeschichten verdeutlichten, dass die Berichte der Evangelien Glaubensgeschichten sind. Die Interpretation eines Kunstwerkes hat uns die Bedeutung der Farbe für den Ausdruck eines Bildes reflektieren lassen. Bildbeschreibung und Bildinterpretation wurden exemplarisch geübt.
  • Die Feste des Kirchenjahres und ihre Bedeutung einschließlich der liturgischen Farben und Symbole wurden erarbeitet.

5. Klassen

  • Was ist ein guter König? Diese Frage beschäftigte uns im Zusammenhang mit den ersten Königen Israels. Ein kritisches Lesen biblischer Texte konnten die Kinder bei einer Freiarbeitskartei zu David einüben und miteinander diskutieren.
  • Die 5a studierte das Musical „Petrus“ ein und führte es im Januar in der Johann-Sebastian-Bach-Gemeinde auf.
  • Wie wünschen wir uns unsere Welt? In selbst gestalteten Bildern und ausführlichen Gesprächen setzten wir uns mit dem „Reich Gottes“ auseinander und fragten gemeinsam, nach der Verantwortung der Menschen.
  • Biblische Frauengestalten und ihre Bedeutung haben uns beschäftigt und in der Auseinandersetzung mit Esther, Abigail, Maria und Martha und Lydia öffnete sich ein neuer Blick auf ein gleichberechtigtes Miteinander von Mann und Frau.
  • Was sagt die Bibel zum Thema Flucht? Die 5c beschäftigte sich mit Ruth, einer Ausländerin, die ihre Heimat für ihre Schwiegermutter verließ um dieser beizustehen. In einer gelungenen Aufführung des Musicals „Ruth“ in der Aula wurde die Mitmenschlichkeit sichtbar, die unabhängig von Herkunft, Geschlecht u.a. ist.

6.Klassen

  • Was glauben die Juden? In einer selbstständigen Freiarbeit zu dieser Religion setzten sich die Kinder intensiv mit dem Judentum auseinander.
  • Die Verfolgung von Juden im Dritten Reich beschäftigte uns im Anschluss daran. Mit der Lektüre „Das Mädchen in Harrys Straße“ (6a) und der Familie Chotzen (6b/c) in Berlin haben wir die Schritte von der Ausgrenzung bis zur Verfolgung kennengelernt. Die Haltung der Bekennenden Kirche und Dietrich Bonhoeffer haben uns nachdenklich gestimmt.
  • Martin Luthers Leben und Wirken und seine reformatorische Erkenntnis beschäftigte uns vor Weihnachten. Die Kritik an der damaligen Herrschaftsweise der Kirche und die Notwendigkeit eines eigenen kritischen Denkens wurden dabei deutlich. Die Bildinterpretation eines Holzschnittes von Cranach hat uns die Bildersprache des 16. Jahrhunderts entschlüsseln lassen.
  • Die Beschäftigung mit dem Apostel Paulus und den Anfängen des Christentum ließ uns reflektieren, welche Bedeutung Christsein damals und heute hat. Der religiöse Mensch bezieht Stellung auf der Seite der Schwachen.
  • In der Analyse eines Auferstehungsbildes von Bellini haben die Kinder ihre bisherigen Kenntnisse in die Bildbeschreibung und –Interpretation eingebracht und gelernt, auch in kleinen Details kompositorische Gesamtideen zu entdecken.

 

Was ist evangelischer Religionsunterricht?

Der evangelische Religionsunterricht in Berlin wird von der evangelischen Kirche verantwortet.  Es wird an Berliner und Brandenburger Schulen auf Grundlage von § 13 des Berliner und § 9 des Brandenburger Schulgesetzes angeboten. Kinder stellen die großen Fragen des Lebens: Woher kommt die Welt? Wo kommen wir hin, wenn wir tot sind? Wie sieht es im Himmel aus? Warum kann man Gott nicht sehen? Die Fragen verändern sich im Laufe ihrer Entwicklung. Was bleibt: Kinder fragen über das Gegebene, Sichtbare hinaus. Ihre Fragen sind religiöse Fragen, sie berühren Grundfragen von Religion und Glaube. Der Religionsunterricht fördert eine Grundhaltung des Staunens und Fragens.  Religiöse Bildung hat angesichts der Pluralität von Religionen und Weltanschauungen eine immer wichtiger werdende Orientierungsfunktion. Religiöse Bildung ist ein bedeutender Faktor für die Überwindung von Vorurteilen und für einen reflektierten Umgang mit religiösen und weltanschaulichen Orientierungen. Der Umgang mit kultureller und religiöser Vielfalt ist eine Grundaufgabe von Schule.

Was passiert im Unterricht?

Im evangelischen Religionsunterricht begegnen die Kinder Geschichten aus der Bibel und setzen diese in Bezug zu ihren eigenen Lebensfragen. Im gemeinsamen Gespräch werden die Vorstellungen miteinander ausgetauscht, kreativ bearbeitet, im Rollenspiel erlebbar und unter Einbeziehung anderer Wissenschaften kritisch hinterfragt. Die Kinder sollen befähigt werden, religiöse Inhalte und ihre Sprache zu verstehen, diese respektvoll zur Sprache zu bringen und Äußerungsformen des Religiösen in Musik, Kunst und Malerei lesen zu können. Die gegenseitige Achtung vor religiösen Vorstellungen und die Fähigkeit, sich darüber auszutauschen sind das Anliegen des Religionsunterrichts. Die Offenheit für unterschiedliche Antworten auf die existenziellen Fragen ist dabei von zentraler Bedeutung für die Standpunktbildung der Kinder.

Wer kann teilnehmen?

Der evangelische Religionsunterricht ist für alle Schülerinnen und Schüler unabhängig vom eigenen Bekenntnis oder dem ihrer Eltern offen.  Voraussetzung ist eine schriftliche Anmeldung, die bis zum 14. Lebensjahr durch die Eltern erfolgen muss.

Für die Durchführung des Unterrichts ist die Evangelische Kirche in Berlin-Brandenburg zuständig, die die Lehrkräfte ausbildet und anstellt und die Fach- und Dienstaufsicht führt. Für die Clemens-Brentano-Grundschule ist die Arbeitsstelle für Evangelischen Religionsunterricht, Hindenburgdamm 101, 12203 Berlin zuständig.

Inhaltliche Grundlage ist der Rahmenplan der Evangelischen Kirche für den evangelischen Religionsunterricht. Weitere Informationen finden Sie unter www.ru-ekbo.de .

Für Nachfragen und Gespräche steht Ihnen nach Terminabsprache Frau Dr. Steinke-Dörpholz zur Verfügung. Sie erreichen sie unter. Steinke-Doerpholz@c-brentano-grundschule.de .